Hannes Großmann

Obscura

Anni Müller Interview

anni3Hi Anni, wie geht es dir derzeit?

Mir geht es sehr gut. Nach dem super schönen Sommer hat nun die Zeit der vielen Proben und Gigs wieder angefangen. Ich freue mich sehr darüber, denn ich liebe es zu reisen und live zu spielen.

Es ist immer wieder schön zu sehen, dass das Drumset auch von der weiblichen Fraktion zum grooven gebracht wird. Du spielst seit deinem 14.Lebensjahr Schlagzeug. Was war damals dein Schlüsselerlebnis, wo dir deine Intuition sagte, dass es das richtige Instrument sei?

Seit ich denken kann, liebe und höre ich Musik. Mit sechs Jahren habe ich angefangen an der Musikschule erst klassische Gitarre, dann E-Gitarre und E-Bass zu lernen. Dort ist mir auch das Schlagzeug begegnet. Ich habe mich sofort verliebt! Rhythmus zu spielen fiel mir gleich leichter und fühlte sich natürlicher an als Melodie. Ich habe mich am Schlagzeug sofort super wohlgefühlt und mache es bis heute.

In welchen Bands/Projekten bist du derzeit tätig?

Zur Zeit spiele ich vor allem in Coverbands, die deutschland- und weltweit auf Events, Messen und Partys spielen. Ich wünsche mir aber wieder die Zeit für ein Projekt mit Originalmusik zu finden. Das fehlt mir ein bisschen.

Du bist hauptberuflich Musikerin. Gibst du auch Schlagzeugunterricht und Workshops oder bleibt dafür keine Zeit?

Ja, ich unterrichte 2 Tage die Woche bei der Berliner Schlagzeugschule „The Planet Drum“. Die coolste Drumschule der Stadt!!! ;-) Im Ernst, ich fühle mich wirklich wohl dort. Es gibt ein supernettes internationales Lehrerteam, viele Workshops und Events und eine lockere relaxte Atmosphäre.

Finanni2dest du Kenntnisse im Bereich Noten- und Rhythmiklehre dienlich oder wäre es vorteilhafter, wenn die Musik in erster Linie intuitiv aus den Fingern kommt?

Obwohl ich total intuitiv funktioniere, weiß ich, wie wichtig der theoretische Teil ist. Gerade im Profibereich muss man sich oft per Notenschrift austauschen – anders geht es gar nicht. Außerdem ist es einfach praktisch. Wenn die Anzahl an Grooves, Songs und Übungen wächst, wird es unmöglich alles im Kopf zu behalten. Ich finde es wichtig das theoretische Konzept hinter der Musik zu verstehen, nur so kann man es benutzen, um am Instrument weiterzukommen und besser zu spielen.

Was macht für dich einen fetten und authentischen Groove aus?

Groove kommt, meiner Meinung nach, direkt aus dem Herzen. Jemand kann auf einem fetten Drumset nach jahrelangem Üben die kompliziertesten Grooves spielen und es nicht schaffen Groove zu erzeugen und die Leute zum Kopfwackeln zu bringen. Dafür kann jemand anderes auf einem Plastikeimer grooven wie ein Tier. Das hat nicht viel mit dem Setup oder Technik zu tun. Das kommt höchstens später dazu und kann den Groove noch besser klingen lassen. Bei meinen Gigs freue ich mich immer, wenn die Leute anfangen zu tanzen. Das bedeutet meistens, dass es in irgendeiner Form groovt.

Was sind deine derzeitigen musikalischen Hauptinspirationsquellen?

Ich versuche immer viel zu hören und zu beobachten. Jede Kleinigkeit, ein Fill, eine Bewegung, eine besonderer Groove kann eine Inspiration sein. Manchmal ist es schwer, wenn man viel spielt, offen für Neues zu bleiben. Aber ich versuche das immer im Hinterkopf zu behalten.

Hast du schonmal in einer Metalband gespielt oder bist am überlegen, es einmal zu tun?

Ich habe vor einiger Zeit mit der Band „Üebermutter“ getourt. Das kommt dem Metal wohl am nächsten. Es hat mir total Spaß gemacht. Ich liebe es laut zu spielen!

Es heißtanni1, wer gut klingt, kann sich erlauben weniger zu können? Fallen dir zu dieser Aussage Beispiele ein?

Ich würde eher sagen, wer groovt, kann sich erlauben weniger d.h. minimalistischer zu spielen. Man kann viel können aber muss nicht immer gleich alles zeigen. Grundsätzlich finde ich zu jedem Zeitpunkt in der Musikerlaufbahn Weiterbildung und Üben sehr wichtig.

Dein Tipp für alle Schlagzeug-Einsteiger da draußen:

Hört viel Musik und spielt mit Leuten zusammen. Dabei lernt ihr enorm viel. Und gaaaanz wichtig: Habt Spaß beim Spielen!

Anni Müller Webseite

 

Autor: Ronny “Dr.Ronald W.” Garz

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