Kai Hahto

Wintersun

Wanja “Nechtan” Gröger Interview (NEGATOR)

10366211_338059173056982_689621317126142425_nHallo Wanja, du bist seit geraumer Zeit die neue Nähmaschine im Hause Negator. Wie ist es dazu gekommen?

So lange bin ich noch gar nicht dabei! Samebrann, der ehemalige Drummer von Negator, kannte mich und als Negator nun einen neuen gesucht haben, hat er mich vermittelt.

Was ist in der nächsten Zeit alles mit Negator geplant?

Es stehen diverse Festivals an und im Herbst eine Deutschlandtour zusammen mit Eis.

Du hast noch weitere Bandprojekte. Geht es da auch sportlich zur Sache oder tobst du dich da auf anderen Ebenen am Drumset aus?

Das ist recht unterschiedlich. Negator ist schon mit Abstand, was Brutalität angeht, die für mich kompromissloseste und technisch herausforderndste Band. Bei Aletrun und Project Ni geht es auch öfter “sportlich” zur Sache, aber eher an einzelnen Stellen und nicht ein ganzes Set lang durchgehend. Ich spiele allerdings z.B. auch in einer Band, bei der es eher rockig und groovig zur Sache geht (Hearoes) und das ist ein sehr schöner Ausgleich zu dem, was ich sonst mache.

Wie bist du damals zum Schlagzeugspielen gekommen?

Ich hatte schon in der 6. Klasse damit angefangen, fand es aber immer langweilig und habe nie geübt bis ich dann eines Tages den Metal entdeckt habe.  Da habe ich dann erst gemerkt, wie viel man aus so einem Schlagzeug herausholen kann!

Hattest du selber Unterricht?

Ich habe mich früher immer dagegen gesträubt, aber mich dann doch mal zu einer Probestunde bei Peza Boutnari hinschleppen lassen, woraufhin ich so begeistert war, dass ich dann bei ihm ein paar Jahre Unterricht hatte!

Gibst du selber Unterricht und/oder Workshops?

Bislang nicht, aber ich bin offen dafür, wenn sich da etwas ergeben sollte.

Bist du eher der Impro- oder der Notentyp?

Weder noch. Impro ist nicht so mein Ding und ich hasse Noten – daher lerne ich immer so schnell wie möglich alles auswendig. Am liebsten habe ich es, wenn ich Zeit habe, gute Ideen für einen Song in Ruhe zu entwickeln und zu üben, bis ich dann für mich den besten Weg gefunden habe, einen Song zu spielen. Natürlich passiert es dann mal, dass ich vielleicht einen Fill anders spiele, aber im Grunde fühle ich mich wohl, wenn ich für mich genau festgelegt habe, was ich spielen möchte.

Du bist auf Youtube recht aktiv und erfolgreich. Planst du in Zukunft weiterhin hochwertige Performance- und Tutorialvideos?

Ja.

Was sind deine musikalischen Hauptinspirationsquellen?

Das hat sich mit der Zeit sehr oft verändert, aber ein Drummer, der mich gerade in meiner Anfangszeit sehr inspiriert hat, ist Nicholas Barker. Es gibt schnellere, technischere oder vielseitigere Drummer, aber er schafft es (das wird gerade auf den beiden Dimmu Borgir Alben, die er eingespielt hat, deutlich) durch seine Kreativität die Songs auf eine höhere Stufe zu heben. Was er macht, passt immer hundertprozentig zur Musik.

11350658_10153249156670435_524721247489271872_nHast du auch außermusikalische Inspirationen?

Was Schlagzeugspielen angeht eher nicht. Es gibt in meinem Umkreis vielleicht ein paar Personen, die mich immer wieder dazu inspirieren, meinen Weg ohne Kompromisse weiterzugehen, aber sonst fällt mir dazu nichts ein.

Du hast eine besondere Stock- und Kicktechnik. Wie ist deine Herangehensweise beim Stimmen der Felle? Gibt es da Besonderheiten oder verlässt du dich voll und ganz auf deine Motorik?

Natürlich ist es leichter auf straff gespannten Fellen schnell zu spielen, aber ich habe mir angewöhnt immer auf sehr tief gestimmten Fellen zu üben, um nicht so abhängig vom Rebound zu sein.

Wie schaut deine Überoutine aus?

Im Moment etwa so: 10min 16tel Double Bass bei 200bpm, dazu mit den Händen improvisieren zum aufwärmen. Nochmals 10min dasselbe bei 225bpm. Danach so lange wie ich Lust habe bei 240bpm abwechselnd eine Minute Double Bass und eine Minute Blast Beats. Danach improvisiere ich eine Weile oder spiele z. B. das aktuelle Negator-Set einmal mit Playback durch. Zum Abschluss übe ich dann oft noch nicht-metallische Rhythmen, um meine Koordination und Ghost Notes etc. zu verbessern.

Was empfiehlst du Drummern für einen Trainingsplan, die gerne 260bpm spielen möchten, sich aber erst im 180er Bereich bewegen?

Zwei Dinge sind sehr, sehr wichtig: Stoppuhr und Metronom. Abgesehen davon sollte man sich Gedanken um Spieltechnik machen, denn wenn man versucht, aus dem Unterarm zu blasten, wird das nichts mit 260bpm, egal wie viel man übt! Es ist gut, sich ersteinmal erreichbare Ziele zu stecken (z. B. eine Minute lang Double Bass bei 180bpm) und dann geduldig Stück für Stück weiterzugehen. Wenn man merkt, dass man nicht tight ist, wieder eine Stufe runterschalten und so wird man sich mit der Zeit immer weiter verbessern.

Was macht für dich persönlich einen fetten und authentischen Groove aus?

Für mich kommt es immer darauf an, wie gut das, was ein Drummer spielt, zur Musik passt. Wenn eine Band gut aufeinander abgestimmt ist und alles ineinandergreift, dann ist das für mich ein guter “Groove”. Wobei ich sagen muss, dass es nicht immer “grooven” muss, um gut zu sein. Gerade im extremeren Metal ist es manchmal einfach der Atmosphäre eines Songs angemessen, wenn manche Passagen mit maschinenhafter Kälte herunterschreddert werden.

Was sind deine derzeitigen drei Lieblingsplatten?

- Pain is Beauty (Chelsea Wolfe)
- Demonoir (1349)
- Russian Voodoo (Russkaja)

Danke für das Interview!

Ich danke ebenfalls!

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Autor: Ronny “Dr.Ronald W.” Garz

 

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