Sebastian Lanser

Panzerballett

Simon Yildirim Interview (TO THE RATS AND WOLVES)

11130284_953990191291419_6268676320345690280_nHi Simon,
ihr habt mit “To The Rats And Wolves” vor kurzem euer Debütalbum veröffentlicht. Du bist noch nicht sehr lange in der Band. Konntest du dich noch in das Songwriting mit einbringen oder war schon alles fertigkomponiert?

Hi Ronald! Das ist richtig, die Jungs haben mich erst Ende Dezember 2014 gefragt, ob ich der Band beitreten möchte. An der Albumproduktion war ich jedoch als Produzent beteiligt und da ein großer Teil des Songwritings im Studio stattgefunden hat, konnte ich mich glücklicherweise auch da einbringen, allerdings nicht so viel wie es mir lieb gewesen wäre. Das wird sich zur nächsten Platte aber ändern.

Spielst du noch in anderen Bands oder Projekten mit?

Nein, TTRAW ist mein Baby und ich bin der Meinung, dass wenn man etwas angeht,
das auch zu 100% durchziehen sollte. Da ich viel Musik produziere, kann ich mich bei meinen Produktionen noch kreativ austoben, das reicht mir an Abwechslung.

Betreibst du die Musik beruflich?

Wir sind momentan alle dabei unser Berufsleben mehr und mehr nach der Band auszurichten. Bei mir ist das ziemlich einfach, da ich hauptberuflich Musik produziere und ein Tonstudio betreibe, da lässt sich das gut vereinbaren bei der Arbeit etwas zurückzuschrauben, um mehr für die Band zu tun. Die anderen sind teilweise gerade dabei ihre Jobs zu schmeißen, was natürlich eine super harte Entscheidung ist, allerdings steht für uns nicht wirklich etwas anderes zur Debatte. Irgendwann ist man halt an dem Punkt angelangt, wo man sich entscheiden muss Berufsmusiker zu werden oder nicht, auch wenn man erstmal ´zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel´ hat. Aber wir sind alle der Meinung ´Ganz oder gar nicht´!

Beherrschst du noch andere Instrumente?

Ja, wie sich das gehört, hat meine Mum mich mit 4 Jahren zum Klavierunterricht geprügelt und da fing irgendwie alles an. Ich habe dann mit Schlagzeug weitergemacht und bin irgendwann bei Gitarre und Bass gelandet.

Wie bist du damals zum Schlagzeugspielen gekommen? Was war dein Schlüsselerlebnis, das Ding durchzuziehen?

Von allen Instrumenten hat mich das Schlagzeug einfach immer am meisten interessiert, wie das so ist als kleiner Junge, man findet dieses laute Ding einfach unfassbar cool! Ein Schlüsselergebnis gab es nicht, allerdings weiss ich noch genau wie ich mein erstes Schlagzeug damals bekommen habe, das gute Stück der Marke “Thunder” stand bei irgendwem verstaubt in der Garage, ich war 8 und es war Liebe auf den ersten Blick!

1514536_918098961547209_2858492168722664981_nWas sind derzeit deine musikalischen Hauptinspirationsquellen?

Lustigerweise so gut wie kein Metal. Ich bin viel in den Charts unterwegs, höre aktuelle Musik und bleibe immer up to date, um zu wissen, was gerade so vor sich geht in der Musikwelt. Das hat natürlich berufliche Gründe aber ich bin auch einfach super offen und neugierig was jegliche Art von Musik angeht. Mir macht es Spaß neue Künstler für mich zu entdecken.

Wie schaut dein wöchentlicher Übungsplan aus?

Ich trommel so oft es geht, allerdings ist das natürlich nicht immer möglich. Wenn ich mein Drumset aufgebaut habe spiele ich fast immer nur unser Set und jamme ein bisschen vor mich hin. Ich habe leider wenig Geduld mich hinzusetzen und stumpfe Patterns zu üben. Hier und da tue ich etwas für die Unabhängigkeit meiner Hände und Füße aber prinzipiell komme ich mit meinen Skills einfach super hin für die Musik, die ich mache, deshalb hat das Üben bei mir irgendwann aufgehört.

Wie ist deine Meinung zu überproduzierten (gesamplet, quantisiert, programmiert) Drums? Zählt am Ende die Perfektion oder sollte man im besten Falle noch den individuellen Menschen raushören?

Das kommt ganz auf die Musik an! Im Jazz hat das Ganze natürlich nichts verloren aber im Metal haben wir mittlerweile einfach einen Standard erreicht, der nicht mehr natürlich klingt und ehrlich gesagt find ich´s gut. Wenn ich aktuelle Produktionen mit früheren vergleiche, klingt das letztendliche Produkt einfach so viel fetter. Natürlich ist das Geschmackssache aber aus Drummer- und vor allem Produzentensicht muss ich sagen, dass ich ein Fan davon bin.

Was ist deine persönliche Definition von Groove?

Groove bedeutet für mich zur richtigen Musik das passende zu spielen, sprich nicht zu viel und nicht zu wenig. Wer das intuitiv drauf hat, der groovt!

Was bedeutet für dich heutzutage Rock´n´Roll?

Ich würde sagen dasselbe wie vor wahrscheinlich 30-40 Jahren. Rock´n´Roll ist ein Lebensgefühl, welches nicht mehr besagt als sich vollkommen der Musik hinzugeben und sein Ding durchzuziehen, egal was die anderen denken. Genau so haben wir es bisher gemacht und genau so werden wir es in Zukunft machen, weil ein Leben ohne die Musik im Mittelpunkt für mich einfach undenkbar wäre.

Wie lauten deine derzeitigen drei Lieblingsplatten?

- “Porter Robinson – Worlds”
- “Sam Smith – In the lonely Hour”
- “Heisskalt – Vom Stehen und Fallen”

Danke für das Interview!

follow TO THE RATS AND WOLVES

 

 

Autor: Ronny “Dr.Ronald W.” Garz

Kommentare zum Artikel ausblenden

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>