Sebastian Lanser

Panzerballett

Ina Jahn Interview (BLACK THYRIA)

11301367_10153253803601839_282004776_nHallo Ina,
da die Ladies im Metaldrumming-Bereich recht überschaubarer Natur sind, ist es immer wieder schön zu sehen, dass diese Genre-Exoten mit Herz und Kraft den Groove voranbringen. Was war deine letzte Übungseinheit am Drumset?

Songs von meinem Bandprojekt. Die sind noch ziemlich neu und da muss ich die Abläufe üben, damit sie sauber sind und sich einprägen.

Wenn du nicht gerade Songs übst, hast du sonst eine Überoutine?

Bis auf das Warming-up eigentlich nicht. Ich übe meistens das, was mich im Moment beschäftigt – wie jetzt zum Beispiel bestimmte Song-Passagen, weil sie schwierig sind oder inhaltlich noch nicht sitzen. Davor habe ich mich hauptsächlich mit dem Thema Doublebass beschäftigt und
diverse Übungen, die mir mein Lehrer empfohlen hat, gezockt.

Wie bist du damals zum Schlagzeugspielen gekommen? Was war dein Schlüsselerlebnis, wo du dir sagtest: “Das zieh´ ich jetzt durch”?

Als ich Anfang 20 war, habe ich immer erzählt, dass ich liebend gerne mal Schlagzeugspielen würde. Dann hatte eine Freundin von mir Geburtstag und machte mir eine Überraschnung. Eigentlich ist es ja sonst umgekehrt, aber gut…
Sie brachte mich zu einem Kumpel, der Schlagzeug spielt und hatte mir quasi eine Stunde Unterricht bei ihm organisiert. Einfach mal zum Testen, ob das wirklich was für mich ist. Es ging dann auch direkt aus der Kalten los. Er spielte mir Sachen am Drumset vor und ich sollte sie nachspielen. Mir hat’s super viel Spaß gemacht und ich habe den Entschluss gefasst, Unterricht zu nehmen. So ging es los und ich danke meine Freundin noch heute tausendfach für ihren Einsatz.

Was sind derzeit deine Hauptinspirationsquellen?

Ich habe keinen Drummer, den ich als Vorbild habe und von dem ich mir alle Videos anschaue. Allerdings gibt es Bands, die ich live sehe und wo mich dann das Drumspiel so fasziniert, dass mir der Drummer im Gedächtnis bleibt – das war zum Beispiel bei Coady Willis der Fall. Er ist der Drummer von den Melvins und Big Business. Er spielt absolut abgefahrenes Zeug, sehr vielseitig. Ich ziehe mir also eher die Inspiration aus allen möglichen Konzerten, weil ich das Drumspiel dann irgendwie bewusster wahrnehme. Wahrscheinlich, weil ich es da sehen kann :)

Du spielst derzeit in der neuformierten Doom-Metal-Band “Black Thyria” aus Dresden. Wie sehr bist du in das Songwriting integriert? Bekommst du viel vorgesetzt oder darfst/sollst du auch Input bringen?

Beim Songwriting darf ich mitmachen, ja :) Ich schreibe die Drums selbst, worauf ich auch sehr viel Wert lege. Ich könnte mir jetzt nicht vorstellen, fertige Drum-Linien einfach nur nachzuspielen. Natürlich können die Bandkollegen auch Ideen für Grooves mit einbringen, so wie ich auch meinen Senf zu einem Gitarrenriff oder dem Gesang dazu gebe.

Was darf man in der nächsten Zeit von Black Thyria erwarten?

Zur Zeit sind wir im Proberaum. Da die Probephase gerade erst angefangen hat, wird es sicher noch ein paar Wochen dauern, bis wir reif für die Bühne sind. Dann würden wir natürlich gerne auch Gigs spielen. Aber bis dahin kann man sich schon mal durch unsere EP ein musikalisches Bild machen. Wir bringen unser 25-minütiges Erstlingswerk mit dem Titel “Tyrant resurrected as king” Anfang Juni auf CD raus.

Wird es in der nächsten Zeit Drumvideos von dir geben?

Nein, ich wüsste nicht warum :)

Was macht für dich persönlich einen wirklich fetten und authentischen Groove aus?

Rein aus Hörersicht (lustiges Wort by the way), wenn sich dein kompletter Körper in den Groove legt und der Kopf automatisch im Takt mitgeht. Das kann also auch ein ganz simpler Bassdrum-Snare-Wechsel sein, wenn er zum Gitarrenriff passt. Ansonsten bin ich ein großer Fan von Rhythmen mit einer mittelschnellen triolischen Doublebass. Die kommen eigentlich immer fett rüber.

Bist du eher der Impro- oder der Notentyp?

Ich spiele sehr ungerne nach Noten. Dieses Ablesen hindert mich irgendwie in meinem Spielen, weil ich mich zu sehr auf die Notenabfolge konzentrieren muss. Beim Improvisieren kann man direkt loslegen. Allerdings finde ich es sehr hilfreich, wenn man Noten lesen und aufschreiben kann. Ich habe zum Beispiel die Drum-Lininen für alle Songs aufgeschrieben, so vergesse ich sie nicht und habe den Ablauf der Songs immer parat.

Welche Rolle spielt die Musik in deinem Leben? Der Job nur als Geldgeber für die Leidenschaft oder Teilzeithobby?

Musikmachen ist leider nur ein Hobby, weil ich mir nicht vorstellen kann, meinen gesamten Lebensunterhalt damit zu bestreiten. Dafür ist meine Freizeit aber vollgestopft mit Mucke – sei es das Schlagzeugspielen, die Band oder Konzerte. Allerdings geht für das Hobby auch nicht wenig Geld drauf, so dass mein Job natürlich Geldgeber für meine Leidenschaft ist.

Wie ist deine persönliche Definition von Rock´n´Roll?

Hm, schwierige Frage. Ich glaube Rock’n’Roll ist eine Lebenseinstellung, die weniger mit einer Musikrichtung zu tun hat als mit der Art sein Leben zu gestalten. Das zu tun, was wirklich zu einem passt und seinen eigenen Werten treu zu bleiben – darauf kommt’s letztendlich an.

Danke für das Interview!

Ich danke :)

 

https://m.soundcloud.com/blackthyria/full-ep-black-thyria-tyrant-resurrectet-as-king

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Autor: Ronny “Dr.Ronald W.” Garz

 

 

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