Sebastian Lanser

Panzerballett

Disrepute – C9H13NO3 (Albumreview)

0004764963_10C9H13NO3 heißt das zweite Langeisen der Vogtländer.
Gemeint ist hier die chemische Summenformel für das Stresshormon Adrenalin. An sich eine nette Idee – schwierig werden nur Aussagen wie “Ey, hast du schon den dritten Song von C9H13NO3 gehört? Geht rein wie Sau”. Aber das überlassen wir den Fans – vielleicht etablieren sich da bald neue kreative Kürzel oder irrwitzige Abwandlungen.

Seit 2002 wandeln Disrepute unter uns. Wir haben es mit solidem Death Metal der schnelleren Spielart zu tun. Weit weg von modernen Hochglanzproduktionen lässt man sich fallen in das Tal des Blast-/Groovehybriden. Neben konventionellen Standard-Metalbeats und gängigen Moshparts wird der standhafte Langhaar-Metal-Nerd zum Headbangen  gebeten und höchstwahrscheinlich nicht enttäuscht.

Wenn man sich die Platte mehrfach im Ganzen gibt, spürt man einen roten Faden; der zwar für einen konsequenten Stil attraktiv wirkt, aber leider das Thema Abwechslung stiefkindlich behandelt.
Aufgrund des recht markanten Charakters des zweiten Disrepute Albums kämpft sich auch kein wirklicher Hit durch, der hängen bleibt.

Es ist aber immer wieder schön zu sehen, dass der traditionelle Kern in diesem Genre die Fahne hochhält und seinen Idealen treu bleibt. Keine schlechtgetriggerten Drums, keine unangenehmen Quantisierungen, ein traditionsbewusster Gitarrensound und rohe Vocals. Alles in allem ein souveränes Stück harte Musik.

Wer Bock auf ehrlichen Old School-Deathmetal mit skandinavischem Beigeschmack hat, der darf sich ein paar Durchläufe gönnen und die alten Werte feiern. Wer mehr Wert auf farbige musikalische Vielfalt legt, wird hier keinen Hormonhaushalt durcheinanderbringen.

Genre: Death Metal
Veröffentlichung: 2015
Label: Defying Danger Records
Webseite: www.disrepute.de
Rating: 7/11

 

 

Autor: Ronny “Dr.Ronald W.” Garz

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