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Alkaloid – The Malkuth Grimoire (Albumreview)

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Als sich vor ca. einem Jahr Hannes Grossmann und Christian Münzner von Obscura getrennt haben, dachten sich sehr viele Fans: “Warum? bitte nicht!” Was einerseits irgendwo verstörend wirkte, war andererseits auch ziemlich spannend, weil man alles andere als eine Kreativpause vermutete.

ALKALOID – unter diesem Banner wurde nach nicht allzu langer Zeit qualifiziertes Fachpersonal zusammengestellt, welches mit Kalkül darauf hinarbeitete, ein wirklich komplexes Kunststück auf die Beine zu stellen.
Mit von der Partie sind Morean (Dark Fortress), Danny Tunker (Aborted), Linus Klausenitzer (Obscura) und die beiden Ex Obscura- Mitglieder Hannes Grossmann und Christian Münzner. Im eigenen Studio (Mordor Sound /Nürnberg) aufgenommen und produziert, bastelte man an der Spielzeitgrenze einer Compact Disc und ließ nicht im Entferntesten etwas anbrennen. Den letzten Feinschliff der farbigen Klangwelt übernahm Freund und Kollege V.Santura (Dark Fortress, Triptykon).

Der erste Song des Albums “Carbon Phrases” lässt erahnen, dass wir hier nicht mit 08/15 Vierviertelgeballer penetriert werden. Stimmung, Gefühl und Kraft kommuniziert der Start und zeigt erstmal, wo es die nächsten 70 Minuten langgeht.
Bei den folgenden beiden Kompositionen “From a Hadron Machinist” und “Cthulhu” wird man das Gefühl nicht los, dass die Arrangements vom Obscura-Schreibtisch gestohlen und “mit Alkaloiden versehen” wurden. Dies ist überwiegend als wertfreie Feststellung gemeint.
“Alter Magnitudes” schließt das erste Drittel vom ALKALOID Debütalbum. Man wird mit dem Eindruck zurückgelassen, dass die Jungs hier auf Nummer sicher gehen wollten. Es hat sich mit den Produktionen von Hannes Grossmann, V.Santura und co. eine fester Fankreis in den letzten Jahren etabliert, der bekommt, was er verlangt: rasanten, qualitativ hochwertigen Death Metal, mit leicht moderner proggy Note, der dennoch oldschool Einflüsse nicht außer Acht lässt.

Mit den folgenden Tracks von THE MALKUTH GRIMOIRE bleibt das Niveau oben, nur kommt hier etwas mehr Würze und Farbe hinzu. Konzeptuell wird hier alles an Musik abgefeurt, was zu Lebzeiten der Bandmitglieder aufgesaugt wurde. Um zu behaupten, dass mit dem ALKALOID Debütalbum etwas völlig Innovatives erschaffen wurde, erfährt man hier zu viele Déjá-Vu-Erlebnisse. Neben Dark Fortress und Obscura schleichen sich hier und da auch Einflüsse von Dream Theater, Pain of Salvation und Opeth ein.

Das komplette Album mehrmals zu genießen, ist neben den schönen Momenten natürlich auch ein recht zeitintensives Unterfangen – 73 Minuten Spielzeit und eine Masse an Informationen strömen auf einen ein, was einer gewissenhaften Belauschung bedarf, damit die Musik die verdiente Aufmerksamkeit bekommt.

Viele groovige Momente, ein knackiges Schlagzeug, abwechslungsreiche Vocals (Clean, Growls,…), eine fulminante Produktion und mitreißende Gitarrensoli warten darauf, gehört und gefeiert zu werden.

Bleibt zu hoffen, dass dieses All-Star-Kollektiv sein Schaffen zeitnah live präsentiert.

Genre: Extreme Metal / Progressive / Experimetal
Veröffentlichung: 2015
Label: Eigenproduktion
Webseite: www.alkaloid-band.com
Rating: 9/11

 

Autor: Ronny “Dr.Ronald W.” Garz

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