Hannes Großmann

Obscura

Can Özgünsür Interview (WBTBWB)

EV_Artist_Can--zg-ns-r_EA5810081602_newzwhaixoq3_PROXYHallo Can, Wie geht es dir? Ihr habt mit WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER eine sechswöchige USA Tournee hinter euch gebracht. Was war dein eindrucksvollstes Ereignis? Wie kommen die Amis mit euren deutschsprachigen Texten zurecht?

Mir geht’s super, ich bin gesund!
Genau, wir waren sechs Wochen in den USA unterwegs und es war der Wahnsinn! Die erste Hälfte der Tour, vom Osten in die Mitte war leider eisig kalt, dafür war die zweite Hälfte an der Westküste wieder umso wärmer. Ich erinnere mich an unseren freien Tag in New York, wie wir bei minus 20 Grad auf dem Empire State Building in der  Nacht waren und da stockt dir einfach der Atem, wenn du das bei Nacht von da oben siehst! Hätte ich niemals erwartet, dass ich da  so staunen würde, aber habe ich tatsächlich getan! Das ist ja schon unsere zweite USA Tour gewesen. Die erste war im September letzten Jahres. Die erste Hälfte der Tour mussten wir leider wegen Visaproblemen absagen, die zweite Hälfte konnten wir dann glücklicherweise aber noch spielen. Neben den ganzen Sehenswürdigkeiten in New York hat mich natürlich auch der Nightliner, den wir auf der letzten Tour hatten, beeindruckt! So etwas gibt es in Europa wegen irgendwelchen Baunormen für den Straßenverkehr einfach nicht. Es gab von Duschen über kostenloses Pay TV einfach alles. Wir hatten sogar Nebelmaschinen und Discolichter im Bus, auch wenn wir absolut nicht die Partytypen sind und lieber früh ins Bett gehen um Filme zu schauen.
Wir hatten auch einen freien Tag in Las Vegas und durften dort eine Nacht in der Villa vom Pantera Drummer übernachten, das war megacool! Wir haben auch mal ein texanisches BBQ auf nem Rastplatz gemacht, keine Ahnung was auf dem Grill war, aber das ist auf jeden Fall in den Top 5 der leckersten Dinge, die ich bisher gegessen hab und ich esse unglaublich viel!
Zu den Amis: Die Fans auf unseren Konzerten konnten oft die Texte mitsingen. Aber auch, wenn sie es oft auch nicht können, ist das denen irgendwie egal, was genau da gesagt wird. Die spüren anscheinend einfach, dass die Stimme zur Musik passt und diese verstärkt. Wenn ich auf Konzerte von englischsprachigen Bands gehe, kenne ich auch nur wenige Texte und versteh live auch nur die Hälfte, aber mir geht es eh mehr um die Musik und das Gesamtpaket. Ich sehe die Stimme dabei nur als Instrument. Meinetwegen könnte die Stimme einfach nur irgendwelche Wörter singen, die zur Musik passen, solange es gut klingt, ist alles fein. So geht es den Amis bei unserer Musik dann wohl auch.

Ihr feiert mit WBTBWB von Anfang an einen enormen Erfolg. Was ist euer Rezept?

Da gibt es eigentlich gar kein Rezept. Was wir so machen, kommt anscheinend irgendwie ganz gut an. Mehr weiß ich dazu auch nicht zu sagen, haha. Aber enormen Erfolg würde ich das dennoch nicht nennen.

Wie bist du damals zur Band gekommen?

Ich spielte damals mit meiner ersten Band (Redcraving) im Berliner Magnet Club und nach der Show sprachen mich Tobi und Marci an, ob ich nicht Lust hätte bei denen Schlagzeug zu spielen, weil ich denen irgendwie ganz gut gefallen habe. Das war mitte 2009, da hatten sie die Idee aus der 2 köpfigen Band eine komplette Band zu machen, was dann 2010 auch geschah. Am 31.3.2010 hatten wir dann unseren ersten Auftritt als komplette Band mit WBTBWB im SO36 Berlin.

Wie entsteht ein Song bei euch? Ihr seit recht abwechslungsreich und verwendet u.a. auch Elektroelemente. Wer gibt die Initialzündung? Wie viel trägst du zum Songwriting bei?

Das erste Album hat Marci, unser Gitarrist, komplett allein geschrieben.
Beim zweiten Album kamen wir, die neuen Mitglieder, erst dazu, als das Album schon so gut wie fertig war. Ich hatte zufällig einen Song geschrieben, der irgendwie noch mit aufs Album gepasst hat (Der kleine Vampir), der kam dann einfach noch spontan mit rauf, weil warum auch nicht, haha. Und von da an schreiben Marci und ich die Musik gemeinsam. Jeder nimmt ständig neue Ideen auf, und manchmal passen verschiedene Ideen von uns gut zusammen und wir lassen sie verschmelzen. Oder Marci schickt mir ein Riff und ich versuch das durch Melodien zu ergänzen oder mit Flächen zu untermalen. Die ganze Gitarrenarbeit übernimmt dabei natürlich Marci, weil ich keinen Ton Gitarre spielen kann. Dafür spiele ich ganz gut Klavier, das reicht ja zum komponieren, sind ja alles nur Töne.

Was ist noch im Jahre 2014 bei euch alles geplant?

Wir spielen jetzt erstmal ein paar Festivals in Deutschland und dann werden wir uns auf jeden Fall an ein neues Album setzen. Wir schreiben schon die ganze Zeit, um mit einem neuen Album zu touren. Eventuell gibt’s vorher noch eine kleine Tour oder irgendeine Supporttour, das weiß man noch nicht…

Spielst du noch in anderen Bands?

Nein. Aber wenn ich eine zweite Band hätte, dann sollte es auf jeden Fall keine Schreimusik sein,
weil ich einfach gerne mal was anderes machen würde.

Was sind deine größten Einflüsse und Inspirationen?

Ich muss zugeben, dass ich in letzter Zeit ziemlich wenig Musik höre. Ich habe oft einfach keine Lust auf Musik in meinen Ohren in meiner Freizeit. Wenn man selber so viel Musik macht, will man irgendwie auch mal Ruhe haben. Wenn irgendwer ein neues Album rausbringt, höre ich natürlich mal rein, aber das war es dann meistens auch schon. Die Einflüsse, die in mir verankert sind kommen wohl aus der Klassik, da ich schon früh mit Klavierunterricht begonnen hab. Da habe ich halt nur klassische Stücke gespielt. Am meisten ans Herz gewachsen sind mir dabei Chopin und Rachmaninoff. Das hört man auch in den Sachen, die ich so komponiere. Ich mag melancholische, traurige und düstere Sachen. Fröhlich ist nicht so meins. Zumindest was die Harmonien in der Musik betrifft. Deswegen hab ich damals auch viel so Bands wie Muse gehört. Linkin Park war die Band, die mich zur Gitarrenmusik gebracht hat und die ich damals auch rauf und runter gehört habe. Ich höre übrigens sehr gerne Mainstream. Alles was Produzenten wie Dr. Luke und Max Martin produzieren finde ich super! Das ist leider genau mein Ding, haha.

Wie bist du damals zum Schlagzeugspielen gekommen?

Ein paar Schulfreunde auf dem Gymnasium wollten eine kleine Band gründen und hatten keinen Drummer. Da ich irgendwie immer auf mir und anderen Tischen rumgetrommelt hab aus purer Freude, fragten sie mich und ich hab mich dann einmal die Woche im Proberaum eines Jugendclubs mit denen getroffen um einfach nur Krach zu machen. So habe ich Schlagzeug spielen gelernt! Irgendwann bekam ich dann ein Doppelfußpedal zu Weihnachten und dann gings erst so richtig ab!

Gibst du selber Unterricht?

Nein, da find ich mich zu schlecht für. Aber wer trotzdem will, kann sich ja melden.
Ich mein, ich kann schon irgendwie spielen, aber ich wüsste nicht so richtig, wie ich das jemandem erkläre, was ich da tue. Das können andere besser und da muss ich den Kids auch nicht das Geld aus der Tasche für ziehen.

Welche Scheibe läuft bei dir gerade hoch und runter?

Momentan nichts, aber davor war es Racine Carree von Stromae, cooler Typ.

Was gibst du Nachwuchstrommlern mit auf den Weg? (Tipps, Tricks, Motivationen,…)

Tut alles nur aus Lust und Freude, dann geht nichts schief.

Vielen Dank für das interessante Interview!

 

 

Autor: Ronny Garz

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