Kai Hahto

Wintersun

Daniel Herrmann Interview (ANNISOKAY)

Hallo Daniel, du bist seit einigen Jahren der Drummer von Annisokay aus Halle. Wie bist du damals zur Band gekommen?

Hallo, erst einmal vielen Dank für die Möglichkeit hier ein Interview mit Euch führen zu dürfen! Ich habe mich sehr über Eure E-Mail gefreut! Das Projekt Annisokay bestand ganz am Anfang aus einem Schlagzeuger und zwei Gitarristen. Der zum Bass übergelaufene Norbert Rose und der damals schon singende Gitarrist Christoph Wieczorek sind heute noch Teil der Band. Der Schlagzeuger war an den ersten musikalischen Versuchen und dem ersten Musikvideo zu „Hold My Hand“ beteiligt, bevor er dann die Band aus beruflichen Gründen verlassen musste. Da die Jungs und ich Proberaumnachbarn waren und ich gerade auf krampfhafter Suche nach einer Band, kam dann eins zum anderen. Sie hatten mich angesprochen, wir unterhielten uns und trafen uns ein paar Mal zum Jammen. Dabei haben wir gemerkt, dass unsere musikalischen Vorstellungen und Ziele die gleichen waren und so gehen wir diesen weg seit 2007 bis heute gemeinsam.

Ihr seit vor kurzem bei Joey Sturgis (Produzent u.a. von Emmure, Asking Alexandria, I See Stars) gewesen. Wie war die Zusammenarbeit für Euer neues Album?

Für uns alle war dies ein wirklich großes Abenteuer! Die Möglichkeit zu haben in die Staaten zu fliegen und eine Platte mit dem Produzenten aufzunehmen, der schon mit so vielen großen Bands, die man auch selbst jeden Tag hört, zusammengearbeitet hat, war schon der Wahnsinn. Die Arbeit vor Ort war sehr beeindruckend, professionell und für uns natürlich auch sehr anstrengend. Aber das alles zahlt sich am Ende mit Sicherheit aus, da wir mit großer Zufriedenheit im Bauch und Spannung auf das endgültige Ergebnis zurück in die Heimat geflogen sind. Ich denke wir alle in der Band sind sehr froh, dass wir diese Erfahrungen machen konnten.

Wie kann man sich das Songwriting bei Euch vorstellen? Erst Musik, dann Text? Wie bist du mit in den Prozess integriert?

Bei uns ist es eigentlich immer so, dass Christoph anfangs allein mehrere Konzepte und Ideen zusammenstellt. Seit dem Phillip, unser neuer Gitarrist, dazu gekommen ist, ist auch er teilweise in diesen Prozess mit eingebunden. Sie bauen schonmal die grobe Struktur des neuen Songs und schicken ihn uns als mp3 zu; so bekommen wir den bestmöglichen Einblick in ihre Vorstellungen. Das ist der Zeitpunkt, wo alle der Band in das Songwriting integriert werden und jeder seine Wünsche und Ideen äußert. Ist dieser Prozess abgeschlossen, die Struktur der Instrumente und der Großteil des Gesangs steht, ist es meine Aufgabe die Drums zu schreiben; je nachdem wie fortgeschritten die Drums im Songwritingprozess schon sind, überarbeite und optimiere ich diese. Die Texte schreibt bei uns Norbert. Sie entstehen meistens schon bevor ein Song geschrieben wird. Wir haben somit immer eine Auswahl an Texten vorliegen, aus denen wir dann den Text wählen können, der am besten zur jeweiligen Songidee passt.

Wer ist für die Elektroelemente zuständig?

Die Elektroelemente entstehen meist beim Songwriting oder in der Pre-Production. Da dies bei uns Christoph macht, entspringt hier der Großteil aus seiner Feder. Bei unserem letzten Album kam noch alles von ihm da er die Platte auch produzierte. Bei unseren neuen Songs wird auch viel von Joey Sturgis selbst kommen.

Was steht noch an bei Annisokay im Jahre 2014?

2014 wird noch ein sehr aufregendes Jahr! Wir können mit Stolz verkünden, dass wir einen Vertrag bei SPV/STEAMHAMMER unterschrieben haben! Unter diesem Label wird unser Album „THE LUCID DREAM[ER] am 30.05.2014 in Deutschland, Österreich,Schweiz und Nordamerika und am 02.06.2014 im Rest Europas re-released! Die 5 Song starke EP, welche wir mit Joey Sturgis in Amerika aufgenommen haben, wird nur wenige Monate später erscheinen. Des Weiteren gibt es ein paar Live-Leckerbissen. Persönlich freue ich mich am meisten auf zwei Shows mit SILVERSTEIN, welche am 27.06.14 in München und am 04.07.14 in Berlin stattfinden. Diese Band begleitet mich schon sehr viele Jahre, dass dies für mich ein ganz besonderes Highlight in unserer bisherigen Bühnengeschichte ist. Auch auf dem Summer Breeze, welches vom 14.-16.08.2014 stattfindet, werden wir die Bühne zerstören dürfen!! Hinzu kommen noch zahlreiche andere Shows, auf die wir uns freuen und vielleicht sogar die eine oder andere Tour. Wer auf dem laufenden bleiben möchte, sollte da einfach öfter mal einen Blick auf unsere Facebook-Seite werfen. ;)

Wie bist du damals zum Schlagzeugspielen gekommen? Spielst du noch andere Instrumente?

Ich würde mich als Spätzünder bezeichnen. Meine Eltern hatten nie wirklich etwas mit Musik zu tun, wodurch ich auch nie großartig mit der Materie in Verbindung kam. Dementsprechend war auch mein musikalischer Horizont nicht sehr breit. Die meiste Zeit meiner Kindheit und frühen Jugend verbrachte ich in einem Jugendzentrum, in dem es einen provisorischen Fitnessraum gab, der mit der Zeit immer mehr an Bedeutung verlor. So wurde er eines Tages zum Abstellraum eines Bekannten, der einen neuen Platz für sein Schlagzeug suchte. Im gleichen Zeitraum lernte ich die etwas ältere Generation des Jugendzentrums immer besser kennen, in der sich Leute befanden die Metal, Rock, Gothic, usw. gehört haben. Dadurch erweiterte sich mein musikalischer Horizont und das Interesse an handgemachter Musik wurde immer größer. Das abgestellte Schlagzeug gewann für uns immer mehr an Bedeutung, auch eine Gitarre kam dazu und jeder probierte sich mal daran aus. Damit hatte ich dann wohl ein neues Hobby gefunden: das Gitarrespielen :D Ich traf mich oft mit einem Freund zum üben, merkte dann aber recht schnell, dass ich die Lust daran verlor. Also setzte ich mich mehr mit dem Schlagzeug auseinander. Hier fiel mir das erlernen von Rhythmen und der Umgang mit dem Instrument um einiges leichter, sodass ich von nun an jeden Tag an diesem Set im Abstellraum übte. Nach einer Weile war mir klar, dass dies genau das Richtige für mich ist und kaufte mir mein eigenes. Ich lernte auf Konzerten Leute kennen, mit denen ich meinen ersten Proberaum bezog, in dem ich Tag ein Tag aus übte und meine ersten Erfahrungen als Schlagzeuger sammelte. Bis heute ist Schlagzeug das einzige Instrument  für mich geblieben.

Spielst du noch in anderen Bands?

Nein. Ich hätte zwar großes Interesse mich auch mit Bands anderer Musikstile auseinanderzusetzen, aber das ist momentan zeitlich einfach nicht machbar.

Ist das Drumming dein Full-Time-Job?

Nein. Neben dem Trommeln bin ich Student und geh hin und wieder mal jobben, aber es ist ein großer Traum und wäre natürlich großartig, wenn es gerade auch mit Annisokay mal soweit käme, dass wir das Full-Time-Job nennen könnten.

Welche Scheibe läuft bei dir derzeit hoch und runter?

Immer wenn ich mich über dieses Thema unterhalte merke ich, wie viel Musik ich eigentlich höre.Daher fällt es mir sehr schwer mich auf eine „Scheibe“ festzulegen. Ich höre derzeit immer wieder Platten wie “Sworn In – The Death Card”, “Daylight – Jar”, “Tesseract – Altered State”, “Issues – Issues”, “Northlane – Singularity” aber auch Evergreens wie “Dredg – Elcielo”, “Deftones -White Pony” und “Type O Negative – October Rust” dürfen nicht fehlen. Um abzuschalten gibt es dann auch mal etwas ruhigeres wie “Lana Del Rey” oder eine Jazzplatte.

Dein persönlicher Tipp für Nachwuchstrommler?

Da ich Autodidakt bin, nie eine Schule besucht oder professionellen Unterricht genommen habe, gehe ich kurz darauf ein, was mich am meisten beeinflusst und weiter gebracht hat. An aller erster Stelle steht natürlich das tägliche Üben, da kommt man einfach nicht drum herum. Wichtig ist dabei den Spaß an der Sache nicht zu verlieren. Denn wenn das passiert, wird es schnell zur Last, was dann zu Frust führt und die Lust am Spielen verloren geht. Mir hat zum einen immer geholfen, viele verschiedene Bands und Genres zu hören. Alles was für mich interessant klang habe ich auseinander genommen und versucht nachzuspielen. So habe ich recht schnell gelernt, gut in einer Band zu arbeiten. Zum anderen waren die regelmäßigen Treffen mit anderen Drummern in unserem Proberaumkomplex sehr wichtig. Wir haben uns zusammengesetzt, philosophiert und uns gegenseitig neue Sachen gezeigt und beigebracht.

So hatte ich immer eine neue Herausforderung und Spaß am üben.

 

 

 

Autor: Ronny Garz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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