Sir G.

Die Apokalyptischen Reiter

David Friedrich Interview (ESKIMO CALLBOY)

Hallo David, ich hoffe du bist fit und munter von eurer Japan-Tournee wieder in der Heimat angekommen. Was war für dich das prägendste Ereignis auf der anderen Seite der Weltkugel?

Aber Hallooo! Leider habe ich mir nur 2 Tage nach Japan auf unserem Videodreh zur 2.Single „Final Dance“ meine Bänder im Fuß gezerrt. Jetzt wird alles sehr stressig!
Das prägendste Ereignis oder Erlebnis für mich waren definitiv die Menschen dort drüben. So eine Herzlichkeit erlebt man selten. Japan an sich ist einfach ein ganz ganz großes Team, wo jeder Acht auf sich gibt, Respekt voreinander hat und sehr hilfsbereit ist! Viele Menschen/Musiker können sich da mal `ne Scheibe abschneiden ;)

Du bist seit gut über einem Jahr bei Eskimo Callboy. Wo hast du vorher getrommelt?

Das stimmt. Davor war ich ca. sechs Jahre mit meiner alten Deathcore Combo „Beast
War Returns“ unterwegs. Mit der Zeit wollten wir uns weiter entwickeln, neue Sachen
ausprobieren und haben letztendlich das Projekt „To the Rats and Wolves“ gegründet, wo ich
noch die EP mitgeschrieben habe. Mit „Beast War Returns“ haben wir früher auch schon öfter
mit Eskimo Callboy gespielt und es hat sich zwischen uns eine sehr gute Freundschaft entwickelt. Bevor ich fest bei den Eskimos war, spielte ich Ersatz für den alten Drummer Micha.

Wie bist du damals zum Schlagzeugspielen gekommen? Was war dein Schlüsselerlebnis?

Nun, ich bin in einer musikalischen Familie groß geworden. Alle spielen irgendwelche
Instrumente vom Klavier bis zur Klarinette, Trompete, Akkordeon, etc.
Ich selber habe durch meine Mutter, welche Klavierlehrerin war, mit Klavierspielen
angefangen. Als ich ca. 14 Jahre alt war, war ich mit meinen Eltern im Urlaub. Wir waren in einem
großen Festzelt, wo auch eine Band spielte. Der große alte glatzköpfige Drummer hat mich
so begeistert, dass ich mich unbedingt, wenn ich wieder daheim bin, mal an ein Schlagzeug
setzten möchte. Dann fing ich an Unterricht zu nehmen :)

Spielst du noch in anderen Bands?

Leider sind wir so eingespannt, dass für andere Bands oder Projekte nicht viel Zeit bleibt.

Ihr feiert einen enormen Erfolg mit Eskimo Callboy. Bleibt neben den ganzen Gigs und sonstigen Terminen noch Zeit für ein Job (Studium,…), oder ist die Band für dich und deine Kollegen schon ein Fulltimejob?

Ohh ja Fulltime trifft es gut, da wir fast alles alleine machen. Von einer diesmal großen
Bühnenkulisse für die kommende EU-Tour bis zum Merch Shop, immer wieder neue Songs
schreiben und diversen anderen Aufgaben sind wir schon sehr eingespannt und könnten uns
nie bei einem normalen Arbeitgeber so viele Urlaubstage leisten :D Dann auf Tour zu sein,
Shows zu spielen, ist für uns alle wirklich Abschalten und Spaß haben! Da freuen wir uns
schon richtig drauf!

Wie kann man sich den Songwritingprozess bei euch vorstellen? Ihr produziert ja eine
Mischung aus Groove Metal, Pop und Elektro. Hinzu kommen noch 2 Sänger, die sich nicht
nur auf Screaming und Growls reduzieren, sondern eine stimmliche Flexibilität an den Tag
legen.

Die EP ist recht Oldschool bei den Jungs entstanden. Man hat sich an einem Wochenende
mit ´nem Kasten Bier und paar Flaschen Schnaps in den Raum gehockt und dann einfach das
gemacht, worauf man am meisten Bock hatte! Bei uns geht es definitiv nicht darum die Welt
zu verändern oder Predigten zu halten, dass merkt man sicherlich an unseren Texten.
Wie „Bury Me in Vegas“ entstanden ist, kann ich leider nicht sagen, da ich zu dem Zeitpunkt
noch nicht in der Band spielte.
Bei unserer neuen Platte „We are the Mess“ sammelten wir sehr viele Ideen. Meistens
kommen unsere Gitarristen Daniel Haniß und Pascal Schillo auf die Schlüsselideen der Songs
und basteln schon was per Cubase zusammen, wo wir dann gemeinsam rumexperimentieren
und den Song ausbauen. Unser Bassist Daniel Klossek ist mit die Electro-Techno- Sau
unter uns und produziert oder verändert unsere Beats. Natürlich ist darauf zu achten, dass
die Texte, welche unseren beiden Sänger schreiben, mit den Harmonien stimmig sind. Ich
selber spiele auch das Roland TD20KX, welches zu Studio Zeiten im Raum steht, um schnell
irgendwelche Rhythmen einzuspielen oder auszuprobieren.
Für uns ist unser eigenes Studio sehr praktisch, da wir es für unsere Vorproduktionen nutzen.
Ja das stimmt. Wir probieren gerne viel aus. Ich selber fand es schon immer interessant
Genres miteinander zu kombinieren. Deshalb macht mir die Arbeit oder das Songwriting mit
den Eskimos sehr viel Spaß. Wir sind einfach für vieles offen und experimentieren gerne rum!
Mittlerweile haben wir sehr viele Musikrichtungen in unseren Songs mit eingebaut, aber da
geht mit Sicherheit noch mehr. Was da in Zukunft noch kommen wird, weiß ich nicht, aber einen True-Metaller werden wir, denke ich, nicht überzeugen können. :D

Ihr habt euer letztes Album im Kohlekeller Studio aufgenommen. Wie war die
Zusammenarbeit mit „Kohle“?

Jaaa Richtig! Er ist ein super Typ mit sehr viel Erfahrung! Wir konnten viel von ihm lernen
und er womöglich von uns (der jungen durchgeknallten Generation) auch.
Ich denke, es war auch interessant für Ihn, neben seinen ganzen Blastbeat Bands, eine Band
wie uns zu produzieren. Wir hatten viel Spaß mit Ihm! Nur zu empfehlen!

Was steht bei euch im Jahre 2014 noch auf dem Terminplaner?

Ohh ganz viel! Ab Anfang März sind wir auf Europa Tour mit „I WRESTLED A BEAR
ONCE“, „HER BRIGHT SKIES“ und „TO THE RATS AND WOLVES“. Danach sind wir
ein paar Tage zu Hause, dann geht’s weiter nach Russland und dann fangen so langsam die
Festivals an. Was Ende des Jahres noch passiert, darf ich leider noch nicht sagen.

Wie sieht deine momentane Überoutine aus?

Also momentan mit dem kaputten Fuß ist eher alles sehr flau. In meiner Wohnung fliegen
überall Drumsticks rum und man trommelt so etwas vor sich hin.
Normalerweise trommle ich mittlerweile jeden Tag auf meinem Edrum Roland TD20KX
rum und probiere viele abstrakte Rhythmen aus, die wir für EC leider, denke ich, nicht nutzen
werden, da wir sehr ‚straight’ sind. ABER mal schauen :D

Was ist derzeit deine größte Inspiration?

Hmmm, da gibt es wirklich viele. Jeder Schlagzeuger hat seine Stärken und Schwächen!
Aber einer ist aktuell öfter in meinem Kopf! Wir sind vor kurzem eine Tour mit „Callejon“
gefahren und der Trommler der Jungs „Kotze“ ist für mich mit einer, von dem ich viel lernen
kann. Sehr interessant ist Manuel Lotter von „The Bellerophon Project“. Und natürlich Paul
Seidl, der jetzt mit „Dioramic“ und “The Ocean” unterwegs ist. Natürlich gibt es da
noch zahlreiche amerikanische Drummer oder den Österreicher Thomas Lang, welcher mich
immer wieder zum Staunen bringt!

Deine momentane Lieblingsplatte ist…?

Die Issues Platte finde ich sehr gut! In letzter Zeit höre ich oft die EP der Polyphia Jungs „Inspire“.

 

 

Autor: Ronny Garz

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