Sir G.

Die Apokalyptischen Reiter

Manuel Lotter Interview (THE BELLEROPHON PROJECT)

Hallo Manuel! Du bist für das 4.Extreme Drummers Universe Festival bestätigt. Was erwaret uns und auf was dürfen wir uns freuen?

Hey Ronny!
Jupp, und das freut mich auch total. Wird bestimmt ein hammer Event! Ich werde meinen Gitarristen Andi von meinem THE BELLEROPHON PROJECT mitbringen. Wir sind bei dieser Band/Projekt nur 2 Leute – ich an den Drums und er an der 8 Saiter Klampfe. Wir werden 2-3 Songs vorspielen und bei diesen dann detailliert in die interessantesten Stellen hineinsehen, diese analysieren, auseinandernehmen und schön „herunterbrechen“. Ich möchte aufzeigen, wie man ein modernes, progressives Drumming erzeugen kann, welches über den Tellerrand hinaussieht und auch andere Musikgenres integriert und diese auf die Metalmusik transponiert. Denke, das wird auf jeden Fall sehr interessant und riesigen Spaß machen. Ich freu mich! :)

Du bist der Drummer von “Farewell to Arms” und dem “Bellerophon Project”. Kannst du uns deine beiden Kombos bitte kurz vorstellen?

Yo klaro. Farewell To Arms ist meine Hauptband. Wir machen da primär Metalcore, aber mit vielen progressiven Elementen und versuche da auch immer frisch an den Drums zu klingen. Man kann am Schlagzeug so vieles Tolles machen, nicht nur Breakdowns spielen – und genau das versuche ich dort miteinzubringen und aufzuzeigen. Viel Kreativität und Vielseitigkeit kann man dort auf jeden Fall erwarten.
Das The Bellerophon Project ist mein neuestes Baby. Das besteht nur aus mir und meinen Gitarristen Andi. Wie oben schon erwähnt ist es progressive 8 Saiter Mucke, welche komplett instrumental gehalten ist. Die Idee hinter diesem Duo ist da vollkommen Musik von Musiker für primär Musiker zu machen, wo es auch genug lehrreichen Stoff für Workshops etc gibt. Dort brechen wir auch diese musikalischen Barrieren auf und wollen aufzeigen, dass man auf jeden Fall für mehr, als nur Metal, Ohren haben sollte. Das musikalische Ergebnis ist höchst interessant und macht richtig Spaß beim Zuhören, aber natürlich auch beim Spielen.
Denn nur diese „Open-Minded“ Einstellung macht einen runden und richtig guten Musiker aus – das wollen wir unter die Leute bringen. Vor allem aber auch an den Nachwuchs, denn dieses Denken geht unserer Meinung nach leider immer mehr verloren.

Sind in ferner Zukunft noch weitere Projekte mit dir geplant?

Also im Moment bin ich gut beschäftigt mit beiden Bands. Farewell To Arms wird jedoch ab Ende Mai nächsten Jahres nicht mehr aktiv sein. Deshalb fällt ein Projekt weg, weshalb ich dann wieder Platz für ein weiteres Projekt haben werde. Mal sehen, was kommt. Ich bin auf jeden Fall gespannt. :)

Machst du neben dem Schlagzeugspiel noch etwas anderes, oder ist das für dich ein Fulltimejob?

Also ich studiere/mache derzeit eine Ausbildung am Drummer’s Focus Institute, weshalb es auf jeden Fall mal mein Fulltimejob werden wird. Gibt immer viel zu tun mit Üben, Unterrichten, Musik schreiben etc… Aber auch die Business Seite darf man nicht vernachlässigen.

Was hat dich in deiner Karriere am meisten beeinflusst (Bands, Drummer, Musiker,…)?

Puh… Wo soll ich anfangen? ;) In meinen jungen Jahren hat mich defintiv Blink 182 und Travis Barker total beeinflusst. Da kam ich das erste Mal mit schnellen Punk Beats und Fill-Ins in Berührung.
Außerdem Drummer wie Thomas Lang, Marco Minnemann, Blake Richardson, Virgil Donati, Gavin Harrison und unglaublich viele mehr sorgten und sorgen dafür, dass ich mich wie der letzte Anfänger fühle, was für mich aber letzten Endes totale Motivation ist. Ich könnte hier jetzt einen Roman schreiben, was ich aber lieber lasse. Mehr erzähle ich gern bei einem Tässchen Kaffee, wenn man entspannt Quatschen kann.

Deine Liste an Endorsement-Deals ist sehr beachtlich. Wie ist es dazu gekommen?

Danke. Es war auch immer einer meiner großen Träume mit genau diesen Firmen zusammenzuarbeiten.
Die Geschichte dazu ist recht einfach erzählt. Ich habe schon immer und so gut und oft es geht Networking betrieben, was im Musikbusiness ein extrem wichtiger Teil ist. Ich habe dann auch immer viel Promotion und Marketing für mich selbst im Internet gemacht und habe versucht so präsent wie möglich zu sein. Ich stand immer hinter den Marken, die ich spiele und habe schon damals immer für sie geworben, obwohl ich noch gar kein Endorser war. Zildjian wollte dann unbedingt einen neuen jungen Endorser aus dem Metalbereich, der grade im Kommen und aus Deutschland ist. Ihnen kamen dann wohl paar Videos von mir auf den Schirm und schon hatte ich Post. Für mich war das natürlich wie aus heiterem Himmel und dachte zu anfangs erstmal, dass das ein schlechter Scherz sei (lacht).
Als ich dann offiziell bei Zildjian war, kamen die anderen Geschichten step by step wie von allein. Ich habe also aktiv eigentlich gar nichts gemacht. Und genau das ist mein Rat und Tipp an Drummer, die Partnerschaften mit Firmen eingehen wollen. Bleibt euch treu, spielt das, wohinter ihr steht und was ihr geil findet. Spielt viel live, richtig viel, seid überall präsent und lernt viele Leute kennen etc… Dann wird die Zeit kommen – definitiv! Man braucht nur Geduld.

Was war deine letzte CD, die du dir gekauft hast?

“Tesseract – Altered State”. Das ist für mich die Platte des Jahres. Unübertroffen, kein Scheiß! (lacht)

Was gibst du Nachwuchstrommlern für Tipps mit auf den Weg, beziehungsweise von was würdest du ihnen abraten?

Hört so viel verschiedene Musik, wie nur geht und nehmt Unterricht. Ohne Unterricht geht es natürlich auch, nur die Fortschritte und der Input, den man beim professionellen Unterricht bekommt, ist unbezahlbar!
Desweiteren übt viel mit Metronom und vorallem: übt auf Kontrolle und Tightness, nicht immer alles auf Speed. Geschwindigkeit ist ein netter Nebeneffekt von Kontrolle und kommt von alleine!

Was ist deine Definition von Groove? Was ist dein persönliches Geheimnis, die Leute zum “tanzen” zu bringen?

Also wenn es um eine Definition von Groove geht… Da gibt es ja auch 1000 verschiedene Äußerungen :) Aber ich sag es mal so: bei einem guten Groove sind die Pausen im Rhythmus sehr wichtig. Die gut getimten Zeiten zwischen den einzelnen Schlägen müssen besonders „gut“ gehalten sein. Der Trick ist also nicht die perfekt getroffene Snare, Bass Drum, Hi Hat etc on time, sondern auch die Zeiten zwischen den Schlägen.

Was mich anbelangt… Wann bring ich Leute zum Tanzen? (lacht) Bei der Mucke, die ich mache, rennen und prügeln sich alle immer die Köpfe ein, haha! Also ich hab noch niemanden elegant in nem Moshpit oder so tanzen sehen ^^ . Aber Spaß beiseite. Ich denke, wenn man sich mental auf jeden einzelnen Schlag und die Pausen dazwischen einlässt und diese mit jeder Faser des Körpers beim Spielen spürt, hat das eine Wirkung, welche die außenstehenden Personen spüren und ansteckt. Den Schlag nicht als Schlag auf eine Trommel ansehen, sondern viel mehr jeden Schlag als einen OHRgasmus ansehen, wenn der geile Sound aus deiner Snare etc herauskommt. Deswegen machen wir ja Musik!!!

Danke für die interessanten Worte! Wir sehen uns spätestens beim 4.EDU Festival

Dank DIR für dieses nette Interview und dafür, dass du so eine tolle Community und ein noch tolleres Festival veranstaltest. Ich freu mich, bis bald!

 

 

 

Autor: Ronny Garz

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