Hannes Großmann

Obscura

Kerim “Krimh” Lechner Interview (KRIMH)

Hallo Krimh! Kannst du uns bitte erläutern, wie du zur Musik bzw. zum hochwertigen Schlagzeugspiel gekommen bist?

Ich spiele seit ca. 10 Jahren Schlagzeug. Meine Musikleidenschaft hat aber schon viel früher begonnen. Bei uns daheim wurde meist Rockmusik gespielt: Led Zeppelin, Black Sabbath, Deep Purple…

Ich bin praktisch mit der härteren Musikaufgewachsen und es hat mich schon immer fasziniert, welche Power dahinter steckt. Mit ca. sieben Jahren war für mich klar, dass ich hinters Drumkit möchte. Ich musste aber einige Jahre warten bis ich mir endlich ein eigenes Schlagzeug leisten bzw. einen passenden Proberaum finden konnte. Mit ca. 13 Jahren war es dann so weit und seit dem verbringe ich die meiste Zeit hinter dem Schlagzeug. Nach und nach hat sich der Härtegrad meines Musikgeschmacks verändert und Bands wie Slipknot, Dimmu Borgir, Dream Theater und Metallica wurden rauf und runter gespielt. Für mich war klar, dass es die Art von Musik ist, die ich spielen möchte.

Hattest du jemals Instrumentalunterricht?

Nein, wirklichen Musikunterricht hatte ich nie. Ich hab mir alles selber durch Zuhören und Beobachten beigebracht. Hat gut funktioniert. :) Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass Musikunterricht sehr hilfreich sein kann.

Wer hat dich in deiner musikalischen Laufbahn am meisten inspiriert?

Joey Jordison hat mich in meinen Anfängen sehr inspiriert. Seine Power und der Speed waren neue Herausforderungen. Ich weiß, dass es viel schnellere und bessere Drummer als ihn gibt, aber sein Drumming war „machbar“ und „spielbar“ für mich. Durch ihn bin ich zum Doublebassdrumming gekommen und vieles, was ich damals gelernt habe, hilft mir heute noch.

Du hast aktuell dein erstes Soloalbum veröffentlicht. Du hast alles im Alleingang umgesetzt. Gab es nicht die Möglichkeit mit Plattenfirmen oder Vertrieben zusammenzuarbeiten?

Ehrlich gesagt wollte ich keine Plattenvertrag. Es ist ja ein „Solo“-Projekt und ich dachte mir, dass es doch auch ohne großen Plattenfirmen gehen muss. Natürlich bedeutet das auch, dass man die ganze Arbeit selber machen muss. Meiner Meinung nach schätzen die Leute diese Einstellung. Es wirkt einfach persönlicher und ich hab die Kontrolle über alles. Keiner sagt mir, was ich tun und lassen soll. Es gibt auch keinen Knebelvertrag mit irgendeinem Label. Ich möchte einfach meine Musik machen und manchmal schreib ich fünf Songs in einer Woche und manchmal hab ich für ein halbes Jahr keine Ideen.

Wird dein Soloprojekt KRIMH auch live zu bestaunen sein?

Diese Idee ist definitiv schon mal in meinem Kopf. Wie und wann weiß ich aber noch nicht. Darüber muss ich mir noch mehr Gedanken machen. Eine coole Idee wäre es aber.

Sind weitere Veröffentlichung unter dem Banner KRIMH geplant?

Nachdem es mit meinem jetzigen Album „Explore“ so gut läuft und ich sehr viel positives Feedback von den Leuten bekomme, möchte ich weiterhin Songs schreiben. Es ist nur etwas schwierig genügend Zeit dafür zu finden, da ich ja nebenbei noch mit anderen Bands spiele.

Ist dein Gitarren- bzw Bassspiel noch in anderen Projekten gefragt oder beschränkt sich das ausschließlich auf dein Soloprojekt?

Irgendwie würde ich gerne mehr Gitarre spielen. Seit fünf Jahren hab ich nicht besonders viel neues gelernt. :) Und es wäre nicht schlecht mein Wissen in dieser Hinsicht etwa aufzufrischen. Ist aber auch kein Wunder, da ich kaum Zeit zum Gitarrespielen habe. Das Schlagzeug ist mein Hauptinstrument und die Gitarre wird dann mehr Mittel zum Zweck. Ich hatte schon die Idee vielleicht mal Bass oder Gitarre in einer Band zu spielen, aber ich hab einfach keine Zeit dafür. Somit beschränken sich mein Saiteninstrumenten-Künste, wenn man das überhaupt so sagen darf, auf mein Soloprojekt.

Momentan bist du aushilfsweise mit Behemoth auf Tour. Wie lange läuft der Sessionjob noch?

Richtig! Diese Woche geht’s auf vierwöchige Asien-Tour. Wir spielen Shows in China, Japan, Thailand, Indonesien, Nepal, Singapur, Australien und Neuseeland. Geplant waren eigentlich nur sechs Festivals im Sommer, aber es hat mich sehr gefreut als ich erfahren habe, dass ich bis Ende des Jahres mit ihnen spiele. Definitiv ein Highlight in meiner Musikerkariere.

Was ist das für ein Gefühl mit solch einer großen Band unterwegs zu sein?

Es ist ein recht großer Schritt vorwärts mit so einer großen Band zu spielen. Ich hatte echt nicht damit gerechnet, als ich einen Anruf von Orion (Bassist) bekam und er mich fragte, ob ich bei Behemoth aushelfen könnte. Das war echt eine riesen Herausforderung für mich. 14 Songs in zehn Tagen zu lernen und dann gleich die erste Show auf einem Festival mit Slayer, Korn und Rammstein. Das hat viele Nerven gekostet. Der Begriff „Blood, Sweat and Tears“ wird dann praktisch zur Realität. Ich bin aber sehr froh drüber, dass ich diese Herausforderung angenommen habe. Aus Herausforderungen wächst man und lernt so sehr viel neues kennen, auch wo die eigenen Grenzen liegen. Tja und jetzt fahre ich mit ihnen auf Tour. Was soll ich sagen. Geil! Oder besser „Leiwand“, bin ja Österreicher. :)

Bist du hauptberuflich Musiker, der vom Live- und Studiodrumming leben kann?

Ich bin seit dreieinhalb Jahren hauptberuflich Musiker. Man kann davon leben, aber man darf sich keinen Reichtum erwarten bzw. verzichte ich auf Vieles. Ich bin damals in ein anderes Land gezogen, um meinen Traum zu verwirklichen. Es ist auch immer die Frage, wie viel es einem Wert ist. Natürlich geht es irgendwie, aber es ist vielleicht nicht so einfach wie ein normaler Job. Manchmal hat man Geld und dann wieder nicht. Ich bin aber sehr dankbar für das, was ich bis jetzt erreicht habe.

Unterrichtest du?

Naja, es ist nicht wirklich Unterricht. Ich gebe hin und wieder online Skype-Lessons. Da zeig ich den Leuten unterschiedliche Techniken, wie zum Beispiel die „Swivel Technik“ oder gebe ihnen Tipps, was sie besser machen könnten.

Wie geht es nach dem Behemoth Sessionjob weiter? Neue Aufträge oder Projekte?

Keine Ahnung. Im Moment ist noch nichts geplant. Ja Sessionjobs, eventuell auch einige Drumclinics. Es würde mich freuen wieder in einer größeren Band einen Platz zu finden. Bis dorthin wird aber fleißig geübt und weiter musiziert.

Welche drei Scheiben (Genre egal!) haben dich in der letzten Zeit am meisten beeindruckt?

Im Moment läuft bei mir „Karnivool – Asymmetry“ rauf und runter. Echt ein feines Album mit viel Potenzial. Ich entdecke jedes Mal neue Feinheiten. Recht komplex aber sehr interessant. Dann würde ich sagen „The Intersphere – Hold on, Liberty!“ Ist eine deutsche Alternative Band. Sehr cooles Zeug, was die Nachbarn so machen. :) Nachdem ich mit Behemoth spiele und einige Songs vom neuen Album “The Satanist” lerne, ist das meine Nr. 3. Böses Zeug, das ziemlich auf die Fresse haut. Ihr könnt gespannt sein.

www.krimhproject.com

 

 

Autor: Ronny Garz

 

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