Hannes Großmann

Obscura

Krimh – Explore (Albumreview)

“Erfrischend ehrliches Geschichtenerzählen”

Lange wurden wir auf die Folter gespannt. Viele Monate vor der eigentlichen Veröffentlichung gab es schon eine ansehnliche Webseite, professionelle Promobilder und spannend wegweisende Eindrücke, u.a. bei YouTube, von “Explore”.

Kerim Lechner, den die meisten unter dem Künstlernamen KRIMH kennen werden, hat am 26. September 2013 das Debutalbum seines Soloprojektes, welches nach seinem Pseudonym benannt ist, veröffentlicht.

 

 

Krimh hat von 2009 bis 2012 bei Decapitated Schlagzeug gespielt. Dem mangelte es nicht an hoher Reputation. Zahlreiche Tourneen und das letzte Album “Carnival is Forever” hatte er mit zu verantworten.

Nach drei Jahren schien es Zeit zu sein, um sich voll und ganz auf ein Soloalbum zu konzentrieren.
Die Fokussierung hat sich definitiv gelohnt. Man darf sich auf ein erfrischendes und perfekt produziertes Werk freuen.

Es wurde kein Hehl daraus gemacht, dass Kerim alle Instrumente selber im Studio einspielen wird. Oft kommt einem der Gedanke, dass solche Musik zum größten Teil eventuell nur fanatischen Schlagzeugern gefallen wird. Aber dem sei widersprochen. Jeder Song auf “Explore” steht für sich als ein komplexes Kunststück. Es wurde sich um das Gesamtbild gekümmert, nicht um einzelne Poserpassagen. Und genau das macht das Album so authentisch und rund.

Ein gelungener Mix aus brutalem Extreme Metal und atmosphärischen Prog-Elementen.
Sehr zu betonen ist die Produktion. Wer einmal ein Extreme Metal Drumkit akustisch und ohne Sampling hören möchte, der wird aus dem Grinse-Modus nicht mehr rauskommen. Hier wurde nichts quantisiert oder getriggert. Ein in sich stimmendes Schlagzeugset, wie man es heutzutage leider immer seltener zu Ohren bekommt.

Würde man alle Titel von “Explore” besprechen, dann wäre der Rahmen für dieses Review definitiv gesprengt. Dennoch sollen einige Einblicke nicht unerwähnt bleiben. “Der Pestarzt” ist der Kultsong des Albums. Lange genug vor dem Release wurde er in diversen Youtube Videos kund getan und auch dementsprechend gelobt. Der Track ist wahnsinnig schnell, brutal und groovy ohne Ende. Für instrumentale Musik ein typisches ostinates Element: die atmosphärischen Gitarrenleads. Gekonnt umgesetzt, ziehen sie sich wie ein roter Faden durch das Album. Mein persönlicher Favesong ist “Pieces”. Die Melodie am Anfang schwimmt immer noch als Ohrwurm durch meinen Kopf. Nach vier Durchläufen dieses fantastischen Themas, was auf der Leadgitarre als Intro gespielt wird, kommt der Rest mit einer unheimlichen Wucht reingeknallt.
Tipp: Unbedingt über eine hochwertige Anlage hören und voll aufdrehen!

Es wird bestimmt an einigen Stellen der Wunsch eines Sängers oder die Frage kommen, warum die Drums nicht so scharf und statisch gemixt wurden. Das ist aber genau der innovative Standpunkt von “Explore”. Kein Mainstream, keine Verfälschung und keine Schubladen.

Genre: experimenteller & instrumentaler Metal
Label: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichungsjahr: 2013
Website: www.krimhproject.com

Rating: 10/11

 

 

Autor: Ronny Garz

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