Sir G.

Die Apokalyptischen Reiter

Extinctionist – World Extinction (Albumreview)

Darf es etwas roh und rotzig sein? Na dann tretet herein ins Reich von Extinctionist! Man nascht hier aus dem Töpfchen, in dem sich Grindcore, brutal Deathmetal und Slam zu einem leckeren Süppchen getroffen haben. Schon fast beängstigend kompromisslos wird hier das Liedgut aus den Boxen gedrückt. Nebenbei darf man dieses Scheibchen nicht konsumieren, sonst bleibt nicht wirklich viel hängen. Der Gesang, welcher durchgehend Grunzt oder Quiekt bleibt ausnahmslos dynamikfrei und lässt keinen Spielraum für jegliche Abwechslung. Das schöne ist aber, dass keine Effekte eingesetzt wurden um diese Geräusche umzusetzen. Es ist “echt” und stammt aus den eigenen Untiefen des Fronters.

Die Klampfen bleiben hartnäckig ihrem Live-Feeling treu, demnach gibt es keinen Viersaiter.
Der nötige Tritt in den Hintern kommt dennoch nicht zu kurz und überzeugt durch seine Primitivität
und Brutalität. Schlagzeugtechnisch sollte auch der Finger vom Sample fern bleiben und geprügelt
wird hier auf ganz ehrlichem Niveau. Manchmal etwas zu ehrlich aber der Punkt ist kein Weltuntergang,
es ist eine wichtige Nuance in Sachen Abwechslung. Ohne Click und Trigger werden heutzutage leider
sehr wenig Alben eingespielt. Ein absoluter Pluspunkt.

Die zweite Eigenproduktion der Sachsen ist schick eingekleidet in einem limitierten Digipak, mit einem
für Slam Deathmetal ungewöhnlichem Artwork. Dennoch passen Farben und Symmetrie perfekt zum
Logo und der leicht finstere Eindruck ist nach diversen Einblicken auch ein sympathischer Zeitgenosse.

Auf insgesamt 12 Songs der Marke “ihr wisst, was euch erwartet” darf man sich freuen.
Der Unterschied von Bühne und Album wird bei World Extinction relativ gering bleiben, was definitiv
nichts Negatives bedeutet und diese Herangehensweise für eine Albumproduktion kommt heutztage leider oft zu kurz!

Wenn man bei Brutal/Slam Deathmetal seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten kann,
dann empfehle ich jedem, sich dieses definierte Stück rohe Gewalt in seinen Plattenschrank zu stellen!
Freunde der Ohrwürmer, quantisierten Grooves und sonstigen Kontrasten rate ich von diesem Werk eher ab.

Anspieltipps: Claustrophobic Cacaphony, Slamdome

Genre: Brutal/ Slam Deathmetal
Label: Eigenveröffentlichung
Veröffentlichungsjahr: 2011
Website: Extinctionist

Rating: 7/11

 

Autor: Ronny Garz

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