Sir G.

Die Apokalyptischen Reiter

Delta Cepheid – Entity (Albumreview)

stimmungsvoll und dicht

Normalerweise sieht der Ablauf einen
audiomedialen Datenträger, in CD Format, zu erwerben bei mir anders aus. Entweder wird der Plattendealer des Vertrauens aufgesucht oder die virtuelle Datenautobahn genutzt, um eine schnelle Bestellung abzusenden. Bei Delta Cepheid ist das anders. An einem Montag mache ich meinen Briefkasten auf und halte ganz plötzlich das neue Album der sechsköpfigen Formation in meinen Händen. Mein erster Blick fällt dabei auf das Artwork von Entity, so der Name dieser ersten Langrille, für welches sich Costin Chioreanu  verantwortlichzeigt. Stimmungsvoll und nicht zu aufdringlich, macht es neugierig den Inhalt mal etwas genauer zu begutachten

Das rassante Schlagzeug fill-in von Singularity läutet das Album ein – als klassischer Einstieg der auch die Marschrichtung gut erahnen lässt: Death Metal der schnellen Sorte. Blast Beats, Skank Beats, Schredder Riffs und eine hohe Bpm Rate! Doch schon nach ein paar Minuten muss ich diesen ersten Eindruck revidieren- der brutale Death Metal entwickelt sich zu einer atmosphärisch dichten Gesamtheit, die mit Klargesang, epischen Passagen und herzzereißenden Soli aufgelockert wird. Die Gitarrenfraktion stagniert dabei aber nicht im Frickeltod und bolztsich von Song zu Song, sondern baut die Stimmung sehr schön aus. Im Song 0×111 wird dies durch den geschickten Einsatz eines Cellos noch besonders hervorgehoben. Der musikalische Bogen wird hier sehr weit gespannt, bleibt aber zu jeder Zeit dicht und verliert sich nicht in Einzelheiten. Die Gitarristen Michael und Christian haben auf jeden Fall ein sehr gutes Gespür für einen gelungenen Songaufbau. Die Grundstimmung ist sehr düster und teilweise schon fast ein wenig melancholisch, was für ein unwohles Gefühl in der Magengegend sorgt. Gefällt mir.

Damit dass Album aber überhaupt so brutal und böse klingen kann, braucht es schon einen ordentlichen Groove Teppich. Schlagzeuger Ronny gelingt dies mit Bravour. Das pfeilschnelle und exakte Drumming verstärkt den Gesamtsound von Entity und gibt diesem die richtige Würze. Neben zahlreichen Blast und Doublebass Attacken drückt er dem Material seinen ganz eigenen Stempel auf und lockert das ganze mit seinem abwechslungsreichem Beckenspiel auf. Auch der Gesang von Jürgen und Christianes Backing Vocals sind sehr gut in das Material eingeflochten. Sie geben dem Album noch mehr Tiefe und unterstreichen im richtigen Moment die Aggression des Materials. Die druckvolle und warme Produktion der Platte unterstützt das Hörvergnügen noch mehr und macht Entity zu einem sehr gelungenen Erstlingswerk dieser Band. Selten habe ich in letzter Zeit eine Platte so oft gehört wie diesen Silberling. Allen Freunden von progressiven und todesmetallischen Klängen kann ich diese Scheibe nur wärmstens empfehlen. Anspieltipps möchte ich an dieser Stelle nur bedingt aussprechen, denn Entity ist wie der Name es so will als ein ganzes Werk zu verstehen und genauso sehe ich das auch. Für die die jetzt neugierig geworden sind empfehle ich den oben bereits erwähnten Song 0×111. Lasst euch in die dunklen Sphären voll kalter Anmut und Aggression ziehen. Von dieser Band werden wir in der nächsten Zeit noch viel Großes erwarten dürfen.

Genre:Progressive Deathmetal
Label:MDD Records/ Alive
Veröffentlichungsjahr: 2011
Website:Delta Cepheid

Rating: 9/11

 

 

Autor: Killaseppel

 

 

 

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